Lehmkuhlener Ponys

Auf   Galloway Hof Breiteneiche   nun auch Lehmkuhlener Ponys.

Begonnen hat die Zucht Lehmkuhlener Ponys in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts.

Label des ersten Stallbuches

 

Im Überblick:

 

A        Herkunft und Werdegang

B        Rassebeschreibung

C        Ponyzucht Lehmkuhlen

 

A          Herkunft und Werdegang

 

Das Lehmkuhlener Pony stammt von dem Gut Lehmkuhlen in Schleswig-Holstein und wurde im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts zunächst als private Zucht begründet und später im Herdbuch vom Deutschen Kleinpferdestammbuch bei dem Verband der Kleinpferdezüchter Deutschlands e.V. geführt.

 

Die Zucht der Lehmkuhlener Ponys basierte im Ursprung auf einigen wenigen Ponys verschiedener Herkünfte und zwar sind besonders zu nennen:

 

  1. „Marquis Ito“ ein schwarzer Hengst, der 1914 auf dem Gut Emkendorf geboren wurde, und der aus zwei aus England importierten Ponys gezogen war. Der Vater war „Poobak“ der als Westmoorland bezeichnet wurde. Dessen Vater war „Mikado“ der Begründer der heutigen „Fell-Ponys“. Seine Mutter war eine Stute von den Isle of Rum. Bei den Rumponys handelte es sich ähnlich den Dülmenern um eine Wildlingsherde, die allerdings als ausgestorben anzusehen ist. Marquis Ito’s Mutter war „Boanie’s Brown“, eine Stute, die „aus einem sehr alten Stamm in New Forest“ stammte. „Marquis Ito“ wurde am 2.2.1938 im hohen Alter von 24 Jahren in Elmshorn gekört.

 

  1. „Grille“ eine 1907 geborene Stute, die von Hagenbeck aus England importiert war und 1913 nach Lehmkuhlen kam. Dem Typ nach könnte es sich bei dieser Stute um Dartmoor-Pony, möglicherweise aber auch um ein Westmooreland-Pony gehandelt haben, nähere Angaben zu dieser Stute liegen nicht vor.

 

  1. „Wiltrud“ eine  1921 geborene Rapp-Stute mit kleiner Blässe aus der Wildlingsherde des Herzogs von Croy. Diese Stute wurde 1936 in das Kleinpferdestammbuch eingetragen.

 

  1. „Griseldis“ eine auch 1921 geborene, wildfarbene, mausgraue Stute mit Aalstrich und Zebrastreifung an den Vorderbeinen, die ebenfalls aus der Wildlingsherde im Meerfelder Bruch stammt. Auch diese Stute wurde 1936 in das Kleinpferdestammbuch eingetragen.

 

  1. „Schneck“ eine 1918 geborene und von dem Hakneyzüchter H. Dollman aus England importierte Stute. Diese Stute wurde 1936 in das Kleinpferdestammbuch eingetragen.

 

  1. „Lina“ ein Beutepony, dass von der zurückkehrenden Armee 1918 erworben wurde. Einzelheiten über die Herkunft dieser Stute sind nicht bekannt. Lina war Mutter von „Dolly“ (1936 eingetragen beim Kleinpferdestammbuch), welche über deren 1926 geborenen Hengst „Favorito“ in die Lehmkuhlener Zucht Eingang fand.

 

Zur Festigung der Zucht wurden, nachdem in den 20ger und 30ger Jahren nur mit dem Hengst Marquis Ito und dessen Söhnen „Favorito“ s.o. zu 6. und „Grane“ a.d. Griseldis s.o. zu 4., wiederum Importhengste eingesetzt. Zu nennen sind „Teify“ a.d. „Devi Pride“ (8872) u. v.d. „Bowdler Brightlight“ und „Speedwell“ a.d. „Triplex“ (8900) u. v.d. „Quick Silber“ (1483) eingesetzt. Ab 1945 auch der in der Wilbahn in Dülmen geborene Hengst „Pedro“ v.d „Graven Lovely Shot“. Eine engere Rassezuordnung zu diesen Hengsten liegt nicht vor.

 

Nachkriegsbedingte Umstände führten dazu, dass Mitte der fünfziger Jahre die Ursprungsherde in Lehmkuhlen, die einen Umfang von rd. 70 Ponys erreichte, aufgelöst und der Lehmkuhlener Bestand an Zuchtponys verkauft wurde.

 

Um eine Fortsetzung der Lehmkuhlener Ponyzucht bemühte sich Friedrich Lilienthal in St. Peter-Ording. Mit einigen Zuchtstuten und dem Hengst „Pascha“ a.d. „Kamilla“ (St. 51) u. v.d. „Pedro“, s.o., einem der vier durch ihre Auftritte bei den Ostseehallenturnieren berühmt gewordenen Lehmkuhlener Gespannhengste der Spedition Neelsen, dieser war allerdings nicht gekört und das Köramt war auch nicht zu einer Körung zu bewegen. Als Ausweichlösung wurde „Fiete“ Lilienthal vom Verband angeraten eine Anpaarung mit kaltbluttypischen – dicken dänischen – Fjordpferden vorzunehmen. Lilienthal befolgte den Rat nicht; der Zuchtlegalität halber setzte er schließlich Araberwarmblutkreuzungen ein mit dem Ergebnis, dass der Lehmkuhlener Originaltyp verloren ging. Mit dem Ableben von Friedrich Lilienthal wurde auch dessen Kleinpferdezucht aufgegeben.

 

Dagegen konnte durch Hans Kurt von Eben in Niederkleveez eine sehr typvolle kleine Population des Lehmkuhlener Pony weitergezüchtet werden. Mit dem gekörten Hengst „Sirius“ a.d. „Daisy“ (StB) u. v.d. „Speedwell“, s.o., und einer von "Grane" (A 227/37) abstammenden Stute konnte er ab 1964 die Zucht in kleinem Umfang erhalten und bis zu seinem Ableben weiterführen.

 

Aus dem züchterischen Nachlass von Hans Kurt von Eben stehen heute 3 Stuten in der Ponyzucht des Galloway Hofes Breiteneiche. Je 2 einjährige (2004) und 2 zweijährige (2003) Jungstuten sowie ein einjähriger (2004) Hengst, als Nachkommen des von Hans Kurt von Eben gezogenen sehr lehmkuhlentypischen, aber leider in 2003 verendeten, Hengstes „Seidliz“ bilden den Stamm der Breiteneicher Erhaltungszucht . Der Hengst „Seidliz“, hatte nahezu alle vorerwähnten Lehmkuhlener Hengste unter seinen Vorfahren, mütterlich ist er stark durch die Linien aus „Lina“ und „Grille“ beeinflusst. Gleichartige Abstammungsfeststellungen gelten zu den Stuten „Gräfin“, „Maiblume“ und „Waldfee“.

 

Mangels bekannter noch existierender und zu Deckeinsatz fähiger Lehmkuhlener Hengste sind zur Erhaltung der Rasse geeignete Hengste aus verwandten Rassen einzusetzen. Gegenwärtig deckt ein aus Cumbria, dort aus der Gegend des vormaligen „Westmooreland“ importierter Fell-Hengst zu dessen Vorfahren auch der Hengst „Mikado“ zählt. Die bisher von diesem Hengst stammenden Stutfohlen (2005 drei, 2006 eines) sowie ein Hengsfohlen (2006) lassen hoffnungsvoll in die Zukunft blicken.

 

B           Rassebeschreibung

 

Rasse: Lehmkuhlener Pony

 

Herkunft : Deutschland, Schleswig-Holstein, Kreis Plön, Gut Lehmkuhlen

 

Beschreibung:

 

Größe :

Widerrist, (Stockmaß)

um 135 cm (Zuchtziel)

– 125 cm – 140 cm

Farben:

Vorherrschend sind, Dunkelbraune und Braune, häufig mit Aalstrich, sowie graufarbene mit Wildzeichnung und Rappen. Fuchsfarbene kommen vor sind aber wenig erwünscht. Keine Schimmel.

Abzeichen:

Weiße Abzeichen an Stirn und Blässe sowie an den Kronbeinen.

Körperbau - Kopf:

 

Gesamterscheinung ist edel mit ansprechendem Exterieur.

 

Das Fundament ist von angemessener Stärke, trocken und extrem hart.

 

Der Kopf ist fein und edel mit geradem Profil, aufgeweckten Augen und kurzen Ponyohren.

 

Der Hals ist günstig geformt und getragen, das Genick leicht.

 

Der Widerrist ist mäßig ausgeprägt, der Rücken elastisch und gut liniert.

 

Die Brust ist gut breit, die Schulterformierung ist schräg bei genügender Länge. Die mächtige, abschüssige Kruppe zeigt einen tiefen Schweifansatz.

 

Gute Rippenwölbung und Gurtentiefe.

 

stabile Hufe und Sehnen

 

Bewegungsablauf:

Leichte, raumgreifende Bewegungen in allen drei Gangarten. Starker Schub aus der Hinterhand mit hervorragenden Springanlagen.

Besonderheiten:

Geschlechtsdimorphismus bei Hengsten besonders stark ausgeprägter Mähnen- und Schweifhaarwuchs

 

Eigenschaften und Haltung:

 

Ausgezeichnete Gesundheit, Langlebigkeit, Fruchtbarkeit und Umgänglichkeit.

Außerordentlich genügsam, hart und widerstandsfähig. Zur ganzjährigen Freilandhaltung bei Vorhandensein einer Schutzhütte geeignet.

Besonders zugstark und einsatzwillig.

Einfahralter ab 2½ Jahre, Einreitalter ab 3 Jahre, Erstfohlalter 4 Jahre

 

C           Ponyzucht Lehmkuhlen

 

Bis 1928 wurde ausschließlich mit dem auf Gut Emkendorf gezüchteten Hengst

" Marquis Ito "

(i.F. nur " Ito " genannt) gezüchtet.

Stallbuchblatt "Marquis Ito"

Stutenseitig sind als Grundlage der Lehmkuhlener Ponys zu nennen:

" Grille "

eine 1907 in England geborene, von Carl Hagenbeck importierte und von diesem 1913 nach Lehmkuhlen gegebene braune Stute. Von Grille und Ito stammt die 1923 geborene braune Stute

 " Daisy "

die über deren " Favorito" -Tochter " Kamilla "  und "Grane" -Tochter "Diana"  besonders  aber auch über ihren "Speedwell" -Sohn " Sirius " prägenden Einfluss auf die "Lehmkuhlener"  Herde hatte.

Neben Grille ist zu nennen

" Wiltrud "

die Mutter der " Ito " - Töchter " Thusnelda " und " Ceres " 

Weiter gehörte zu den Ursprungstuten

" Schneck "

 

schließlich ist noch zu nennen die Stute

" Lina "

- eine von der zurückkehrenden Armee 1918 gekaufte Stute - als Mutter der "Ito" - Tochter 

" Dolly" 

 die wiederum über ihren "Ito" - Sohn " Favorito "  prägenden Einfluss auf die Lehmkuhlener Kleinpferdezucht genommen hat.

 

(Fortsetzung folgt)

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